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Ein Palettenregal ist das Herzstück vieler Lagerhallen. Es ist die Grundlage für effiziente Logistikprozesse und sicheres Arbeiten im Lager. Wer Palettenregale plant, sollte deshalb nicht nur auf Kosten und Kapazität achten, sondern auch auf Normen, Sicherheit und langfristige Wirtschaftlichkeit.
In der Praxis zeigt sich: Schon kleine Fehler in der Planung können zu Unfällen, Produktionsausfällen oder hohen Folgekosten führen. Ein schiefer Untergrund, falsch gewählte Holme oder fehlendes Zubehör reichen aus, um die Tragfähigkeit massiv zu gefährden.
Dieser Leitfaden zeigt die 5 häufigsten Fehler bei der Planung von Palettenregalen – und gibt konkrete Tipps, wie Sie diese vermeiden. Grundlage sind unter anderem die Vorgaben der DIN EN 15635, der DGUV-Regel 108-007 sowie Praxiserfahrungen aus Lagerhallen und Logistikzentren.
Inhalt
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Die 5 häufigsten Fehler bei der Planung von Palettenregalen – und wie Sie sie vermeiden |
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Was ist ein Palettenregal und wofür wird es verwendet? |
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1. Fehler: Ungeeigneter Boden und falscher Standort |
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2. Fehler: Missachtung von Fach- und Feldlasten |
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3. Fehler: Sicherheitsabstände und Zubehör vernachlässigt |
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4. Fehler: Nachträgliche Umbauten ohne statische Prüfung |
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5. Fehler: Fehlende Inspektionen und Prüfungen |
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Fazit: Stabil, sicher, effizient |
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FAQ – häufige Fragen zur Planung von Palettenregalen |
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Hinweis |
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Was ist ein Palettenregal und wofür wird es verwendet?
Ein Palettenregal ist ein Schwerlastregal für die Lagerung palettierter Waren. Es setzt sich aus mehreren Kernkomponenten zusammen:
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Ständerrahmen mit Diagonal- und Horizontalstreben
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Holme (Tragtraversen) zur Aufnahme der Paletten
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Fußplatten zur sicheren Bodenverankerung
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Sicherheitszubehör wie Gitterrückwände, Anfahrschutz oder Durchschubsicherungen
Typische Einsatzbereiche für Palettenregale sind:
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Logistikzentren mit hohem Umschlag
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Produktionshallen mit schwerem Materialfluss
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Großhandel und Versandlager
Richtig geplant, bietet ein Palettenregal maximale Tragfähigkeit, eine effiziente Nutzung der Fläche und ein hohes Maß an Sicherheit im Betrieb.
Je nach Lagergut und Zugriffshäufigkeit können daneben auch andere Systeme eine Rolle spielen. Weitspannregale sind praktisch für sperrige Güter, Fachbodenregale für kleinere Artikel, die per Hand entnommen werden, und Lastregale für besonders schwere Anforderungen.
Doch wie bei jeder Lagereinrichtung gilt: Fehler in der Planung wirken sich direkt auf die Statik, die Betriebssicherheit und die Kosten aus. Im nächsten Abschnitt zeigen wir die fünf häufigsten Planungsfehler und wie sie sich vermeiden lassen.
Wenn Sie mehr über den optimalen Einsatz von Palettenregalen im Gesamtsystem erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in unseren Artikel Palettenlager und Palettenlagerung – Systeme, Vorteile und optimale Nutzung. Dort zeigen wir, wie Sie Regale nicht nur sicher aufbauen, sondern auch für maximale Effizienz nutzen.
1. Fehler: Ungeeigneter Boden und falscher Standort
Schon bei der Planung passieren häufig Fehler, die später kaum mehr zu korrigieren sind. Einer davon betrifft den Boden. Palettenregale zählen zu den Schwerlastsystemen und benötigen daher eine tragfähige und ebene Fläche. Wird das nicht beachtet, kann das Regal seine volle Stabilität nicht entfalten.
Besonders kritisch ist die Wahl des Untergrunds. Empfohlen wird ein Betonboden mit Mindestgüte C20/25, da er sowohl die notwendige Tragfähigkeit als auch eine sichere Verankerung bietet. Asphalt, Pflasterflächen oder Walzbeton gelten dagegen als ungeeignet, weil sie weder die nötige Stabilität noch die sichere Befestigung ermöglichen. Auch die Ebenheit ist entscheidend: Laut DIN 18202 dürfen Unebenheiten von mehr als 10 Millimetern nicht ohne Ausgleich bleiben. Hier helfen systemkompatible Unterlegplatten.
Neben der Bodenqualität spielt auch die Standortplanung eine Rolle. Typische Vorgaben sind:
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Wandabstand: mindestens 150 mm inkl. Palettenüberstand
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Gangbreiten: abhängig vom eingesetzten Flurförderzeug (z. B. Gabelstapler, Schubmaststapler)
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Flucht- und Rettungswege: dürfen nicht durch Regale blockiert werden
Wer diese Faktoren außer Acht lässt, riskiert hohe Folgekosten. Instabile Regalkonstruktionen, Schäden an gelagerter Ware und eine erhöhte Unfallgefahr sind typische Folgen. Eine nachträgliche Bodensanierung ist oft teuer und führt zu langen Betriebsunterbrechungen.
Für alle, die ihre Regalanlage im größeren Kontext betrachten möchten: In unserem Artikel Lagerplanung: Strategien & Tipps erfahren Sie, wie eine durchdachte Planung nicht nur den Regalaufbau erleichtert, sondern die gesamte Flächennutzung und Effizienz Ihres Lagers verbessert.
Praxis-Tipp:
Führen Sie vor der Montage eine Bodenanalyse durch, markieren Sie die exakte Position der Anlage und klären Sie das passende Verankerungssystem (z. B. Schwerlastdübel oder chemische Anker). So stellen Sie sicher, dass Ihr Palettenregal von Anfang an stabil und normgerecht steht.
2. Fehler: Missachtung von Fach- und Feldlasten
Einer der größten Planungsfehler ist die falsche Einschätzung der Belastungsgrenzen. Palettenregale sind für bestimmte Lasten konstruiert – werden diese überschritten oder falsch verteilt, leidet nicht nur die Stabilität, sondern auch die Sicherheit im Lager.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei zentralen Begriffen:
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Fachlast: maximale Belastung einer einzelnen Ebene (z. B. 600 kg pro Palettenplatz).
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Feldlast: Summe aller Fachlasten innerhalb eines Regalfeldes.
Wer bei der Planung nur die Fachlast betrachtet, übersieht schnell, dass die Gesamtbelastung eines Feldes die zulässige Feldlast übersteigen kann. Ebenso problematisch ist es, Lasten ungleichmäßig zu verteilen. Paletten, die nur punktuell aufliegen oder falsch positioniert sind, führen zu Durchbiegungen und Materialschäden.
Typische Folgen einer fehlerhaften Belastung sind:
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Durchgebogene Holme und reduzierte Tragfähigkeit
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Materialermüdung bis hin zum Versagen einzelner Komponenten
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Gefahr für Mitarbeitende durch instabile Regale
Um diese Risiken zu vermeiden, sollten die Herstellerangaben konsequent beachtet und Belastungsschilder gut sichtbar am Regal angebracht werden. Außerdem gilt: Lasten immer gleichmäßig verteilen und keine improvisierten Lösungen mit nicht zugelassenen Bauteilen einsetzen.
Praxis-Tipp:
Planen Sie von Anfang an mit Reserven. Wenn ein Regal für 600 kg pro Ebene ausgelegt ist, sollte es nicht dauerhaft bis an die Grenze belastet werden. Eine gleichmäßige Auslastung schützt die Konstruktion und verlängert die Lebensdauer des Systems.
3. Fehler: Sicherheitsabstände und Zubehör vernachlässigt
Bei der Planung von Palettenregalen steht oft die Lagerkapazität im Fokus. Was dabei leicht übersehen wird, sind die Sicherheitsabstände und das notwendige Zubehör. Doch gerade diese Punkte sind entscheidend, um Unfälle, Schäden und rechtliche Probleme zu vermeiden.
Typische Versäumnisse
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Regale werden zu nah an Wänden oder Verkehrswegen platziert.
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Gangbreiten sind zu schmal für eingesetzte Stapler.
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Sicherheitszubehör wie Rammschutz oder Durchschubsicherungen fehlt.
Vorgaben und Normen
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Wandabstand: mindestens 150 mm inkl. Palettenüberstand.
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Rammschutz: an allen Eckbereichen und Durchfahrten vorgeschrieben, mindestens 400 mm hoch.
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Durchschubsicherung: bei Doppelregalen mit weniger als 100 mm Abstand Pflicht.
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Rückseitige Gitterwände: verhindern, dass Ware auf Verkehrsflächen oder Arbeitsbereiche fällt.
Wer auf diese Punkte verzichtet, erhöht das Risiko von Anfahrschäden durch Gabelstapler oder herabfallende Waren. Zudem sind Verstöße gegen Normen wie die DIN EN 15635 oder die DGUV Regel 108-007 nicht nur gefährlich, sondern können im Schadensfall zu Haftungsproblemen führen.
Praxis-Tipp
Planen Sie Sicherheitszubehör von Anfang an ein. Es verlängert die Lebensdauer Ihrer Regalanlage, reduziert Reparaturkosten und schützt vor Unfällen. Besonders in dynamischen Lagerumgebungen mit Staplerverkehr ist ein robuster Rammschutz unverzichtbar.
4. Fehler: Nachträgliche Umbauten ohne statische Prüfung
Ein weiterer häufiger Fehler in der Praxis entsteht nicht bei der Erstplanung, sondern später im laufenden Betrieb: Regale werden nachträglich umgebaut, ohne die Statik zu berücksichtigen. Besonders beliebt ist es, Holmhöhen zu verändern, um mehr Platz für bestimmte Waren zu schaffen.
Was auf den ersten Blick praktisch wirkt, kann gravierende Folgen haben. Jede Veränderung an den Holmhöhen beeinflusst die ursprüngliche Statik des Regalsystems. Die Traglastangaben des Herstellers gelten dann nicht mehr – im schlimmsten Fall verliert das Regal seine geprüfte Belastbarkeit.
Typische Probleme durch Umbauten
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Fachlasten und Feldlasten verändern sich unbemerkt.
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Die Lastverteilung wird ungleichmäßig, Holme beginnen sich stärker durchzubiegen.
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Im Schadensfall droht persönliche Haftung, wenn Abweichungen von den Normen nicht dokumentiert sind.
Normen und Verantwortung
Laut DIN EN 15512 verlieren die ursprünglichen Belastungswerte ihre Gültigkeit, sobald Änderungen ohne Prüfung vorgenommen werden. Auch die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet Betreiber, nur sichere Arbeitsmittel einzusetzen. Ein Regal mit veränderter Statik fällt nicht mehr darunter.
So gehen Unternehmen richtig vor
Umbauten sollten immer mit dem Hersteller oder einem Fachplaner abgestimmt werden. Dokumentieren Sie jede Änderung und lassen Sie das Regal vor der erneuten Inbetriebnahme durch eine befähigte Person prüfen. Nur so ist sichergestellt, dass die Tragfähigkeit weiterhin den Vorgaben entspricht.
Praxis-Tipp:
Planen Sie Flexibilität schon im Vorfeld ein. Mit modularen Systemen lassen sich Palettenregale erweitern oder umbauen, ohne dass die Statik gefährdet wird. So sparen Sie später Zeit und vermeiden Risiken.
5. Fehler: Fehlende Inspektionen und Prüfungen
Selbst die beste Planung und Montage eines Palettenregals reicht nicht aus, wenn die regelmäßige Kontrolle vernachlässigt wird. Ein weit verbreiteter Fehler ist, dass Unternehmen ihre Regalanlagen nach der Inbetriebnahme nicht konsequent prüfen lassen. Dabei schreibt die DIN EN 15635 klare Prüfintervalle vor.
Typische Versäumnisse
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Sichtbare Schäden durch Stapleranfahrten bleiben unbeachtet.
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Belastungsschilder sind unlesbar oder fehlen ganz.
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Regelmäßige Fachinspektionen werden nicht durchgeführt.
Vorgeschriebene Kontrollen
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Interne Sichtprüfung: mindestens einmal pro Woche durch geschulte Mitarbeitende oder Sicherheitsbeauftragte.
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Jährliche Expertenprüfung: durch eine befähigte Person zwingend vorgeschrieben. Pflicht auch nach Anfahrschäden, Umbauten oder bei Verdacht auf Überlastung.
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Schulung der Mitarbeitenden: Alle Beschäftigten, die Regale bedienen oder Flurförderzeuge nutzen, müssen einmal jährlich unterwiesen werden.
Folgen fehlender Prüfungen
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Unentdeckte Schäden führen zu Unfällen oder Einsturzgefahr.
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Rechtliche Konsequenzen bei Verstößen gegen die Betriebssicherheitsverordnung.
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Haftungsrisiken für Unternehmer und Führungskräfte.
Praxis-Tipp
Legen Sie ein klares Prüfkonzept fest. Dazu gehört ein dokumentierter Kontrollplan mit wöchentlichen Sichtkontrollen, jährlichen Inspektionen und einer Schulungsdokumentation. Nur so bleibt die Betriebssicherheit langfristig gewährleistet.
Hinweis:
Laut Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sind Arbeitgeber und Betreiber verpflichtet, für sichere Arbeitsmittel im Betrieb zu sorgen. Dazu gehört auch Regalanlagen regelmäßig prüfen zu lassen und deren sicheren Zustand zu dokumentieren.
Fazit: Stabil, sicher, effizient
Die Planung von Palettenregalen entscheidet über Sicherheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Lager. Wer die typischen Fehler wie ungeeigneter Boden, falsche Lastverteilung, fehlende Sicherheitsabstände, unkontrollierte Umbauten und mangelnde Prüfungen vermeidet, schafft eine solide Grundlage für reibungslose Abläufe.
Unternehmen, die auf Sorgfalt, Normkonformität und hochwertige Systeme setzen, profitieren langfristig von stabilen Regalanlagen, geringeren Betriebskosten und einem höheren Sicherheitsniveau. Ob Neubau oder Erweiterung, eine durchdachte Planung zahlt sich immer aus. Mit Palettenregalen von Master Regale erhalten Sie geprüfte Qualität, maximale Tragfähigkeit und zuverlässige Lösungen für den täglichen Einsatz im Lager.
FAQ – häufige Fragen zur Planung von Palettenregalen
Welche Normen gelten für Palettenregale?
Wesentlich sind die DIN EN 15635 (Betrieb von Regalen), DIN EN 15512 (Tragfähigkeit), die DGUV Regel 108-007 sowie die Betriebssicherheitsverordnung.
Muss jedes Palettenregal im Boden verankert werden?
Ja. Unabhängig von Höhe oder Tiefe ist die Verankerung Pflicht. Nur so ist ein sicherer Betrieb gewährleistet.
Wie oft muss ein Palettenregal geprüft werden?
Mindestens einmal pro Woche durch interne Sichtkontrollen und einmal jährlich durch eine befähigte Person.
Was ist der Unterschied zwischen Fachlast und Feldlast?
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Fachlast = maximale Belastung pro Ebene
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Feldlast = Gesamtbelastung eines Regalfelds
Beides muss bei der Planung beachtet werden.
Können Palettenregale auch in kleineren Lagern eingesetzt werden?
Ja, allerdings sind in sehr engen Räumen oft Weitspannregale oder Fachbodenregale flexibler.
Einen praxisnahen Vergleich der beiden Systeme finden Sie in unserem Beitrag Weitspannregal vs. Palettenregal – Unterschiede, Einsatzbereiche & Praxistipps. Dort zeigen wir, wann sich welches Regalsystem lohnt und welche Vor- und Nachteile zu beachten sind.
Welche Sicherheitsausstattung ist Pflicht?
Rammschutz an Fahrwegen, Durchschubsicherungen bei Doppelregalen und gut sichtbare Belastungsschilder gehören zu den Mindestanforderungen.
Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Fachberatung. Für verbindliche Informationen empfehlen wir die Rücksprache mit zugelassenen Fachplanern, Statiker*innen oder Behörden. Berücksichtigen Sie außerdem stets die offizielle DGUV-Regel 108-007, die TRBS 2121 und die einschlägigen DIN-Normen.
Direkt zur Auswahl an Palettenregalen und Regalsystemen von Master-Regale.de – für jede Lageranforderung die passende Lösung:
































